Die Behinderer

Manchmal ärgere ich mich über diejenigen, die ohne nachzudenken (oder gar schlimmer!) die behindern, die man Behinderte nennt. Zu dem Thema kommt recht schnell viel Text zusammen, drum gibt es diese separate Seite hier. Sie ist textlastig und nicht wirklich lustig. Berücksichtigen Sie das bitte, falls Sie weiter lesen wollen. Andernfalls wechseln Sie noch schnell zu Youtube oder Facebook und Konsorten oder einer Seite mit gewünschtem oder benötigtem Verspaßungsfaktor. Das Internet ist voll davon.

Wer aufmerksam ist, erhält vielleicht Anregungen, wie es schöner seien könnte. Ich behaupte nicht, alles besser zu können oder daß mein Blickwinkel der einzig richtige Standpunkt wäre. Bestimmt nicht. Ab und zu versuche ich auch, mir "an die eigene Nase zu fassen" oder "mir in den Hintern zu treten". Barrierefrei sind meine Internet-Seiten nicht, das ist mir auch klar (sieh an, schon mal eine Anregung "eigenes Webdesign überprüfen"). Also bin ich auch schon ein Behinderer, der Status ist leicht verdient und schwer abzulegen. Als ich noch gesünder war und nicht strecken- und zeitweise den Rollstuhl brauchte, habe ich selbst Manche oder Manches glatt übersehen, was mir nun ins Auge springt. Inzwischen nehme ich sogar Abstand davon, meine Grunderkrankung unliebsamen Zeitgenossen an den Hals zu wünschen, wodurch die (abgesehen von besonders hartgesottenen Exemplaren) recht bald einen ganz anderen Blickwinkel bekämen. Ich aber würde mich wahrscheinlich nicht wohl fühlen, wenn die dann an mir vorbei geschoben würden. Obwohl eine solche Parade der Unverbesserlichen, im Groll dahergeredet, auch ihren Reiz hätte.
(bk, 2012-08-03)

Spontanes Reisen im Rollstuhl mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VRN

Am 25. Januar 2016 wollten meine Frau und ich (ich im Rollstuhl mit e-Fix Antrieb) den nachmittäglichen Sonnenschein nutzen und von Ludwigshafen aus nach Worms fahren, etwas durch die Stadt bummeln, ein schönes Essen genießen und dann wieder heimwärts nach Ludwigshafen Oggersheim fahren.

Abfahrt war in Ludwigshafen Mitte mit einem Zug der DB (Baureihe 425, einer mit festen Stufen und Hebelift von MBB). Hätte in der Zugzielanzeige am Bahnsteig etwas davon gestanden, daß der Zug nicht nur aus einer Einheit besteht, dann wären wir vor dessen Ankunft am Bahnsteig weiter vor gerollt, so aber war ein Sprint zur Zugspitze und Winken nach dem Zugpersonal angesagt. Der an sich nützliche Wagenstandsanzeiger am Bahnsteig enthält ja ohnehin nur manche Züge und manche Verbindungen. Technisch ist wohl mehr nicht möglich. Der Triebfahrzeugführer klappte den Lift als Überfahrbrücke aus, rein rollen war dann einfach. Auf der Mehrzweckfläche hinter dem WC stand nur ein Fahrrad, es ist ja noch nicht sonderlich warm und die Strecke ist auch nicht lang. In Worms Hauptbahnhof angekommen kamen wir auch recht schnell wieder raus, die beiden Fahrgäste auf den Klappsitzen an dem Gang zwischen Mehrzweckfläche und Ausstieg am WC vorbei sind bereitwillig ausgewichen und der freundliche Fahrer klappte wieder die Überfahrbrücke aus. Ein paar nette Worte mit ihm wechseln ging noch, die Züge stehen auf dem Weg nach Mainz dort bekanntlich recht lange rum.

Doch dann fing das Drama an. Am Aufzug hing ein kleines Schildchen - der Aufzug war außer Betrieb, für mich also kein Weg zum Ausgang vorhanden. Im Internet hatte ich keinerlei Hinweise darauf gefunden, doch das machte nun keinen Unterschied mehr. Was jetzt machen? Der Zug nach Mainz war weg, viel Auswahl gibt es an dem Bahnsteig auch nicht. Plan ändern - beim nächsten Zug der kommt fragen. Nach Monsheim mit einem neuen LINT fahren. In Monsheim kommt man im Rollstuhl zwar dann nicht vom Bahnsteig runter, doch am gleichen Bahnsteig hält später auch ein Zug nach Grünstadt. Also Planänderung - Grünstadt besuchen, dort essen gehen. Spontanität ist in manchen Lebenssituationen wichtiger als in anderen. In den LINT rein rollen ist einfach, dann den Stellplatz vor der WC-Tür genießen. Der Platz ist da zu eng für Fahrräder - hoffentlich sehen das die Radfahrer auch in der warmen Jahreszeit so. Eine Gemeinschaftsfläche für alles was Platz braucht, von abgestelltem Gepäck und Traglasten über Kinderwagen (mal leer, mal mit Inhalt) und Fahrräder und dazwischen die Rollstuhl-Fahrer, das ist für Menschen im Rollstuhl nicht immer so schön, eine Aufteilung der Mehrzweckbereiche an sich eine gute Idee. Natürlich ist die Grund-Idee von Inklusion richtig: dabei sein und mitten im Leben - aber örtlich eben nicht unbedingt zwischen Fahrrädern und Gepäck.

In Monsheim auf den Bahnsteig rollen war wieder einfach. Echt praktisch und gut für Mobilitätseingeschränkte. Wir haben dann eine Weile auf den Zug nach Grünstadt gewartet. Auf dem Bahnsteig, denn auf dem Vorplatz umschauen geht nicht, da kommt man ja nur über Treppen durch die Unterführung hin. Der Zug nach Grünstadt war wieder ein LINT, rein rollen wieder einfach, der spezielle Platz vor der WC-Tür bequem erreichbar. Wegen des Aufzugs in Grünstadt - der Zug hält da an dem von der Höhe her passenden Mittelbahnsteig und nicht an dem für die LINT zu niedrigen Bahnsteig für Gleis 4, hatte sich die Zugbegleiterin extra telefonisch erkundigt, der sei in Ordnung. Beim Ausstieg dann die Ernüchterung: der Aufzug steckte auf halber Strecke zwischen Bahnsteig und Tunnel fest. Was nun machen? Die Zugbegleiterin, die noch bei der Einfahrt freudig vermeldet hatte, es sei alles in Ordnung, suchte nach einer Lösung. Zurück nach Monsheim, warten und dann nach Worms fahren würde nicht viel bringen, nur ein warmes Plätzchen vor einem WC wäre sicher. Dann die rettende Idee: da kommt gerade ein Zug aus Ramsen auf Gleis 4. Wenn wir kurz warten und den Gegenzug nach Ramsen nehmen, dann wären wir auf dessen Rückfahrt - nur eine Stunde später - am Bahnsteig auf der Stadt-Seite und könnten den Bummel starten.

Mangels Alternativen haben wir das gemacht. Wieder ein LINT, wieder der Platz vor der WC-Tür. In Ramsen bin ich während der Wartezeit mal raus auf den Bahnsteig gerollt. Es war nun schon dunkel, doch immerhin war ich nun auch mal in Ramsen. In Zeiten der Baureihe 628 war das ja nicht möglich. Durch die neuen Triebwagen geht es nun recht bequem. Ein mitreisender älterer Mann sagte mir auf der Rückfahrt, er wäre auch nur zur Vermeidung der Treppen und der Unterführung in Grünstadt nach Ramsen und zurück gefahren. Für Mobilitätseingeschränkte bringen diese neuen Fahrzeuge also auf vielerlei Weise Erleichterungen. Wir sind nicht mehr in Grünstadt raus aus dem Zug, so lange halte ich aktuell nicht durch und es war schon spät. Wir sind weiter nach Frankenthal Hauptbahnhof gefahren. Von da fahren ja Züge der Baureihe 425 nach Ludwigshafen-Oggersheim und wenn die weg sind wäre der Bus zum Hans-Warsch-Platz sogar vorteilhafter. Nun gibt es in Frankenthal Hauptbahnhof am Gleis 13 ja unterschiedliche Bahnsteighöhen, einen Zugangsbereich auf 76 cm Höhe und dann die 160 m Nutzlänge auf 55 cm. Der Zug kam so zum Stehen, daß ich am Ausstieg eine heftige Stufe zum Bahnsteig vor mir hatte. Die Zeit des Wartens auf das Zugpersonal wegen der Faltrampe konnten wir nutzen, in dem wir den anderen Fahrgästen beim Ausstieg, dem Zug der Linie RB44 bei der Einfahrt, dessen Fahrgästen beim Einsteigen und dem Zug der Linie RB44 bei der Abfahrt zuschauen konnten. Mobilitätseingeschränkte nutzen aus irgendwelchen Gründen immer wieder erst einen etwas späteren Zug. Mit dem Bus fahren ging nicht, der Aufzug an unserem Bahnsteig war ja noch nicht oder nicht mehr in Betrieb. Er hätte ohnehin nicht geholfen, denn der Aufzug auf der anderen Seite war ja außer Betrieb. Die Wartezeit konnten wir trotzdem sinnvoll nutzen. Eine junge Frau mit schwerem Gepäck, die sich wunderte, wieso ich mir den Höhenunterschied der Bahnsteigkanten so genau anschaute, bestätigte mir, in Oggersheim am Bahnhof würden die Aufzüge funktionieren. Gut zu wissen, aber unser Zug sollte ja ohnehin an Gleis 1 halten, da kann man über nahezu unkaputtbare Rampen den Bahnhof verlassen. Wenn das Wörtchen wenn nicht wär... Bei einem Halt an einer anderen Stelle am Bahnsteig in Frankenthal hätten wir leicht raus rollen können, ohne auf eine Rampe warten zu müssen, wahrscheinlich wären wir aber trotzdem nicht rechtzeitig im Blickfeld des Triebfahrzeugführers aufgetaucht, der uns fort gefahren war. Also egal.

Ab dann ging alles glatt. Zwar ohne einen Stadtbummel, weder in Worms noch in Grünstadt, dafür aber hungrig genug für ein Nachtessen daheim und nach vielen Kilometern in modernen Zügen. Noch eine kurze Fahrt in einem Triebwagen der Baureihe 425 (wieder feste Stufen am Einstieg, diesmal eine mobile Rampe als Einstiegshilfe), dann ein Fußweg zwischen Oggersheim Bahnhof und Hans-Warsch-Platz und ein Kraftakt (die paar Zentimeter Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Straßenbahn überwinden; ohne Rampe, so etwas hat diese Bauart nicht oder es wird nicht benutzt) - und es und wir waren geschafft.

Es ist schon viel erreicht worden, in den letzten Jahren, um das Reisen für Mobilitätseingeschränkte zu erleichtern. Vor 20 Jahren kurz entschlossen an einem Nachmittag im Rollstuhl mit Bus und Bahnen von Oggersheim nach Worms für einen Stadtbummel, das wäre nicht gegangen. Moderne Züge, die Anpassung von Bahnsteighöhen und der Einbau von Aufzügen hat viel verbessert. Zusätzliche Sicherheit kann man gewinnen, indem man sich zeitnah über etwaige nie ganz auszuschließende Störungen wie einzelne ausgefallene Aufzüge informiert. Das dachte wohl auch die Zugbegleiterin bis zur Ankunft in Grünstadt.

Oder wie sehen Sie das?
(bk, 2016-01-26)

Es gibt ja Menschen, die sich für neue Angebote im Fernverkehr begeistern. Oft geht es um Busse, vereinzelt auch um Eisenbahnen. Als besondere Errungenschaft und enormer Vorteil steht oft der Preis im Vordergrund. Und nur der. Wie sieht der zugehörige Hintergrund zu diesem Vordergrund aus? Wie man kleine Preise ermöglichen kann - jede Branche hat da kreative Ideen. Zum Beispiel keine Kosten für den Betreiber für die Nutzung einer Haltestelle. Haufenweise Busse an nicht geeigneten Halteplätzen - das Problem möge doch die jeweilige Stadt lösen und irgendjemand - wie der örtliche Verkehrsbetrieb - soll die Kosten tragen. Und die einzusetzenden Fahrzeuge? In einer Zeit, wo gratis WLAN wichtiger ist als die Mitmenschen, fällt vielen nicht auf, wie es um die Barrierefreiheit der neuen Angebote steht. Ist mir doch egal, denkt das Sparbrötchen. In vielen nicht mal alten Bussen ist die Mitnahme von Rollstühlen allenfalls zusammengefaltet als Gepäck möglich. Und ein geeignetes WC ist auch nicht da. Wieso sollten da die Macher von Fernverkehrsangeboten per Zug geeignetere Fahrzeuge einsetzen? Zitate von der Web-Site von derschnellzug.de: Unsere Philosophie - Der Schnellzug bietet ... zeitgemäße Service-Angebote und dann unter service.html#barrierefrei-reisen: Für Rollstuhlfahrer haben wir auf Grund der Bauart der Wagen leider keinen separaten Bereich zur Verfügung, der ausreichend Platz bietet und zudem ein behindertengerechtes, großes WC beinhaltet. Vorher anmelden: bis zu 48 Stunden vorher genügen, mindestens aber zwei Werktage vorher, sonst geht es nicht. Wieviel Stunden sind das also bei Reisen nach Feiertagen? Die Beförderungsbedingungen führen sogar Fälle auf, bei denen die Hilfestellung beim Einstieg für Rollstuhlbenutzer nicht kostenfrei ist. Pfui.
Nachtrag: kostenloses WLAN am Sitzplatz, das soll in der Zukunft zur Verfügung stehen. Na, immerhin. Und die fehlenden Rollstuhl-Plätze?
(bk, 2015-10-27)

Erst einsteigen lassen, nur so wird das Gedränge und Gedrängel in Bus und Bahnen so richtig groß. Ich-Menschen der unterschiedlichen Ausprägungen (Egozentriker, Menschen mit Ellenbogenmentalität, Egoisten, Rüpel) dürften auch Ihnen schon aufgefallen sein, sofern Sie zu denen gehören, die andere Menschen noch wahrnehmen. Vorhin habe ich in der Straßenbahn folgendes beobachtet: eine ältere und schon etwas wacklig gehende Frau mit einem Rollator hatte beim Aussteigen schon fast die Tür erreicht, als ein junger Mann mit kurzem Haar und Übergewicht zwischen den anderen aussteigenden Fahrgästen die Bahn betrat und mit einem großen Schritt den vorderen Teil des Rollators und meines Rollstuhls überquerte und sich sogleich den eben von der Frau verlassenen Sitzplatz sicherte. Die Frau war erschrocken und schimpfte auf den ungehobelten Klotz, der junge Mann jedoch fragte, was die Frau denn hätte, er habe doch den Sitzplatz schnell erreicht. Was die Frau hatte? "Recht", sagte ich. Aber aus den Worten des jungen Mannes ergab sich klar, daß aus seiner Sicht alles in Ordnung war. Sein Ego war wohl noch größer als sein körperliches Übergewicht.
(bk, 2012-10-22)
Ergänzung: Sollte es sich beim Verhalten des jungen Mannes um eine Beeinträchtigung der sozialen Interaktion und soziale Anpassungsschwierigkeiten handeln, so gibt es dafür Therapieansätze.
(bk, 2012-10-23)

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der hindernisfreie Zugang zu Verkehrsmitteln besonders wichtig. Schon die Einschätzung, was im grünen Bereich ist, unterliegt ganz unterschiedlichen Sichten. Mal ein Beispiel: für Rommelshausen (an der Linie S2 aus Stuttgart) ist ein grünes Rollstuhl-Symbol im Plan eingezeichnet. Der Text dazu erläutert: Barrierefreier Zugang (ebenerdig, mit Rampe oder Aufzug) zum Bahnsteig. Die Reststufe zwischen Bahnsteig und Fahrzeug kann in Einzelfällen mehr als 10 cm betragen, bei Regionalbahnen abhängig vom Fahrzeugtyp. Klingt nicht so schlecht, wie die ebenfalls im Verbundgebiet erhältliche Tabelle: Restspalt größer 20 cm, Reststufe kleiner gleich 30 cm steht da für diesen Bahnhof. Beides recht viel. Zum Vergleich eine Stufe in einem üblichen Mietshaus hat eine Höhe von 14 bis 20 cm, bei Geschäftshäusern oder Versammlungsstätten sind 17 oder 16 cm als Maximum vorgeschrieben, sonst ist die Treppe baurechtlich nicht zulässig mit möglichen Konsequenzen. Hier sind es bis 30 cm. Und die Spaltbreite: bei 20 cm würden bei geradem Einrollen eines Rollstuhls die vorderen Räder in den Spalt sacken und der Rollstuhl würde fest stecken. In der Hauptstadt im Ländle ist das im grünen Bereich. Die Werte für die zentrale S-Bahn Station Stadtmitte waren besser. Allerdings waren bei meinem letzten Besuch 100 Prozent der Aufzüge der Station defekt und dies weder am Bahnsteig noch an der DB-Info im Hauptbahnhof bekannt. Ach so, da wurde nur ein Aufzug vorgesehen, trotz der vielen Menschen, die da ein-, um- oder aussteigen wollen. Und man hätte auch bei der SBB fragen können. Die wußten es schon.

Würde es auch für Sie einen Unterschied machen, weshalb Sie beim Frühstück im Hotel auf einem bestimmten Platz sitzen? Möglichkeit a) es klingt in Ihren Ohren nach zur Vermeidung von Störungen im Betriebsablauf und wegen der anderen Gäste, weshalb Sie als Rollstuhlbenutzer einen Platz am Ende eines schmalen Gangs neben einer Wand zu einem höher gelegenen Teil des Gastraums bekommen oder Möglichkeit b) Sie haben sich nach freier Auswahl für genau diesen Platz selbst entschieden. Für mich ist da ein Unterschied. Bei drei Übernachtungen kam a), b), a) heraus. Zwei mal a) zu viel. Ich habe nicht vor, nochmals im Lindner in Cottbus zu übernachten. Trotz der anderen zuvorkommenden und professionell arbeitenden Bediensteten dort, der Lage und des leckeren Essens.
Vielleicht bin ich auch etwas zu empfindlich. Aber mir kam es vor, als sei ich nicht willkommen. Aber das hastige Abwischen des Platzdeckchens (bei Verbleiben von Krümeln auf dem Tisch), der Kaffeefleck vom Vorgänger an besagter Wand neben mir, der Umstand, daß eine frische Kanne Kaffee erkennbar widerwillig gebracht wurde und dann auf Anfrage die Milch vom nicht genutzen Nachbartisch geholt wurde (wo sie kurz darauf dem nächsten Gast fehlte) war schon nicht doll. Bei vier Sternen ist es aber echt schwach, daß auch die Kaffeetassen erst danach und auf nochmaliges Nachfragen gebracht wurden (so ereignet am 21. Oktober 2012). Man könnte es auch als ein deutlicheres Zeichen der Ablehnung verstehen, nachdem ich die ersten 'zaghafteren' Vorkommnisse einfach übergangen habe.
(bk, 2012-10-23)

Am 15. Oktober 2012 waren meine Frau und ich in Potsdam und haben uns die Ausstellung Friederisiko im Neuen Palais angeschaut ("die große Schau anläßlich Friedrichs 300. Geburtstages in seinem prächtigsten Schloßbau"). Jedenfalls einen Teil dieser Ausstellung. Beinahe hätten wir uns bei der Besichtigung übernommen, denn "Behinderte ermüden bei Besichtigungen ohnehin schnell". Zum Glück hatte ich diese Information mitbekommen, als ein Rollstuhlbenutzer vor mir eine Bedienstete fragte, ob es stimmen würde, daß für Rollstuhlbenutzer nur die Räume im Erdgeschoß erreichbar wären. "Ja, aber das ist nicht so schlimm, denn" - siehe oben. Also haben auch wir uns auf den Gang durch die unteren Ausstellungsräume beschränkt, denn damit hat so einer wie ich (nach den Worten der Bediensteten) "genug zu tun". Das Erdgeschoß war für Rollstuhlbenutzer übrigens bequem durch eine per Handkurbel von einem Begleiter oder einem anderen Ausstellunsgbesucher zu bedienenden mobilen Lift ermöglicht, der etwas abseits des eigentlichen Eingangs stand und so die Optik nicht stören konnte.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing? Natürlich werden die Macher der Ausstellung bestreiten, daß die Äußerungen des Personals als in ihrem Sinne gemacht verstanden werden dürfen. In den einleitenden Worten im Begleitheft ist nachzulesen, daß es um eine etwas andere Ausstellung ginge, bei der dem Besucher kein Weg vorgegeben wird, sondern dazu eingeladen wird, das Palais und seine Ausstellung selbständig zu entdecken (und zwar 72 Säle in elf Themenbereichen, also nicht nur das Erdgeschoß). Während unseres Besuchs waren mehrere Personen mit Mobilitätseinschränkungen dort als Besucher. Ein Aufzug wäre hilfreich gewesen, um das selbständige Entdecken auch tatsächlich zu ermöglichen, doch den Worten im Begleitheft folgten keine Taten. Was bedeuten schon Worte? Unten auf der Seite, gemäß der kein Weg vorgegeben wäre, steht daß der maulbeerfarbende Weg die historischen Böden schützt und nicht verlassen werden soll. Und meine Eintrittskarte lautet auf einen Eingang B, der nach dem dortigen Plan nur ein Ausgang ist. Auch bei der Verwendung der Symbole für Toiletten im Plan wird sich schon niemand etwas gedacht haben.
Aus meiner Sicht sollte eine Förderung solcher Veranstaltungen durch staatliche Stellen - nicht nur mit öffentlichen Geldern - nur dann zulässig sein, wenn Menschen mit Behinderungen die Teilnahme ermöglicht wird. Die Schirmherrschaft würde man mir ja ohnehin nicht antragen, ich würde sie aber ablehnen, Herr Gauck.
(bk, 2012-10-22)

Am 30. Juli 2012 waren meine Frau und ich in Ludwigshafen in einem Einkaufszentrum. Da das Behinderten-WC vorn (auf der Seite von DB und Baby-Walz) verschlossen war und das Herren-WC Dauerbaustelle ist (laut Betreiber: durch einen Akt von Vandalismus völlig zerstört, die Wiederinbetriebnahme ist geplant für Mitte Oktober 2012), hat mich meine Frau im Rollstuhl zu den Toiletten beim Real SB-Warenhaus geschoben. Das Behinderten-WC war auch dort verschlossen, bei der Info sagte man uns, den Schlüssel gäbe es dort nicht mehr und statt dessen "da hinten durch die Tür im 1. Stock". Einen Aufzug gäbe es nicht, dafür Treppen. Genial, das hat wohl jemand ohne Überblick über die Tragweiten seines Tuns so geregelt.
Von einer Mitarbeiterin eines Sanitätshauses in Ludwigshafen habe ich gehört, daß ihr das Problem mit diesem Einkaufszentrum sehr wohl durch diverse Kunden schon bekannt sei.
Positiv war nur, daß wir den Käse, den wir beim Real im Prospekt entdeckt hatten, inzwischen bei einem REWE billiger bekommen haben. Aber der Laden bietet seinen Rollstuhl-Kunden nicht mal ein unerreichbares WC und ist in der Beziehung auch nicht wirklich gut und eher Käse.
Noch eine Anmerkung für die, die bisher glauben, daß da kein wirkliches Problem wäre: Das kommt sehr auf den Gesundheitszustand an. Die Kosten meines Krankenhausaufenthalts gleicht die Ersparnis beim Käse bestimmt nicht aus. Krankenhausaufenthalt? Nun ja, ich hatte versucht ein Held zu sein. Bin auf die normale Herren-Toilette gegangen, habe schlapp gemacht und die Konsequenz war eine Gehirnerschütterung. Natürlich hat das "niemand gewollt" (dahergeredete Floskeln müssen sein, echtes Bedauern ist selten). Kleiner Trost: bei mir konnte wenigstens etwas erschüttern...
(bk, 2012-08-01)
Nachtrag: ich habe ein paar Zeilen Mail verfasst und gestreut. Vom Management des Einkaufszentrums kam eine ausführliche Antwort und es wurden demnach sofort Maßnahmen ergriffen, die die Situation verbessern. Hinweise wurden angebracht, daß die Behinderten-Toiletten mit EURO-WC-Schlüssel bedient werden können und auch auf den bei der Real-Info hinterlegten Schlüssel. Seitens des Real-Marktes kam auch eine Antwort. Man sei nicht zuständig und wünschte in Anführungszeichen gute Besserung und sich uns weiter als Kunden. Ob man mit ebensolchem Gleichmut (wir sind nur Mieter, was geht uns das an?) reagieren würde, falls z.B. vergessen würde, die Zugangstüren des Einkaufszentrums oder das Parkhaus zu öffnen?
Gut, daß die Situation nun verbessert wird. Aber: wieso muß erst ein Hirn erschüttert werden, damit bei anderen wieder Bewegung rein kommt? Diese Worte mögen (im übertragenden Sinn) hart sein, der Aufprall mit dem Kopf (wörtlich gemeint) war es auch.
(bk, 2012-08-03)
Nachtrag: in der Tageszeitung Die Rheinpfalz (Ausgabe vom 07. August 2012, Ludwigshafen, Seite 2) gab es einen Artikel über den Vorfall. Durch den Artikel habe ich nun auch die Sicht von Norbert Breit, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Ludwigshafen, kennen gelernt: "Generell ist Ludwigshafen sehr behindertenfreundlich ausgestattet, aber so etwas kann einmal vorkommen." Ich hatte ihn auch angeschrieben - keine Reaktion, keine Mail, nichts. Gut, daß diese Stelle nicht in Aktionismus verfällt, wo doch alles gut war und nun sogar "tipptopp in Ordnung" ist. Einen richtungsweisenden Eindruck bekommt man im Internet auf den Seiten der Stadt, wo unter der Bezeichung "Wegweiser" auch Beschreibungen über den Grad der Barrierefreiheit zu Arztpraxen, Zahnarztpraxen, den vier kulturellen Einrichtungen, dem Sanitätshaus und den Parks mit derzeitigem Stand April 2008 (!, wie gesagt, nicht so hecktisch und kein Aktionismus) als PDF heruntergeladen werden können. Im Flyer aus 2008 (Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Frau Dr. Eva Lohse) steht auch was von "Behörden, Verwaltung", doch das war wohl in der Kürze der Zeit (in der Ruhe liegt die Kraft) nicht so einfach umzusetzen und entsprechende PDFs dazu waren auch vier Jahre später noch nicht zu finden.
(bk, 2012-08-10)
Nachtrag: eigentlich hatte ich ja nicht damit gerechnet, wieder etwas von der Angelegenheit zu hören, doch nun ist nochmals ein Schreiben vom Management des Einkaufszentrums gekommen. Nette Worte, ein Gutschein und ein Buch zu meinem Eisenbahn-Hobby, worüber ich mich ganz besonders gefreut und persönlich bedankt habe.
(bk, 2012-10-25)

Ab und zu ärgere ich mich über mich selbst. Weil ich manchmal so leichtgläubig bin. Da hing in Mannheim Hauptbahnhof dieses Schild, der Aufzug zum Bahnsteig mit meinem Zug sei defekt. Ohne den war der Bahnsteig für mich wegen Rollstuhl nicht erreichbar. Also zurück zum Schalter. Nach einem Telefonat war klar: der Aufzug ist schon repariert, nur das Schild hängt noch. Mein Zug war natürlich schon weg. Also nochmals dort hin, später fahren. Eine junge DB-Mitarbeiterin kam. Der Aufzug brachte meine Frau und mich nach oben. Oben angekommen war ich etwas irritiert, wieso das Schild noch immer nicht abgenommen wurde. Antwort der DB-Mitarbeiterin: sie könne doch nicht wissen, ob der Aufzug noch defekt sei. Ach so, das war also der Grund. Und ich hatte schon vermutet, der Zuständige sei in Urlaub. Schade nur, daß dieses Hindernis nicht einfach und schnell beseitigt wurde. Oder war das eine Art von Humor, noch schräger als meiner?
(bk, 2012-07-27)

Bahnhof Treysa. Wenn man derzeit auf www.bahn.de bei der Suche nach einer Verbindung Schwalmstadt eingibt, wird das mit Treysa ersetzt. Wenn man als Rollstuhlbenutzer per Niederflur-Triebwagen aus Richtung Kassel oder wie wir per RE aus Richtung Frankfurt (Main) dort ankommt, wird man bald bemerken, daß der vorhandene Überweg über die Gleise durch nichts ersetzt wurde.
Bleibt der Weg über die Treppe in die Unterführung (die mit der Piss-Rinne; diese Bezeichnung habe ich auf einer Internet-Seite gefunden, wie man das richtig nennt, ist mir nicht bekannt, vom Geruch her ist die Bezeichnung jedoch passend) und wieder Treppe hoch ins Empfangsgebäude. Zum Glück war ein Auswärtiger da, der hat ein Stück mit nach oben geholfen.
Alle DB-Mitarbeiter vor Ort, ich kann es versichern, haben sich richtig verhalten. Die beiden von der DB-Sicherheit (einer erklärte mir glaubhaft, sie hätten mit Service nichts zu tun, er sei von der Sicherheit) haben pflichtgemäß darauf geachtet, daß keiner mit Rollstuhl den per Schranke dauerhaft verschlossenen Überweg nutzt. Übrigens: zahlreiche Eisenbahner nutzten den verschlossenen Überweg in den paar Minuten, die ich da war. Der Weg durch die Unterführung ist wohl doch zu beschwerlich und jemanden mit rüber schleusen viel zu gefährlich. Es geht auch um Haftung. Helfen durfte mindestens einer davon nicht, hat er zumindest gesagt. Auch der am Schalter in der Bahnhofshalle ist brav an seinem Platz verblieben, er könne mir aber Auskunft für die Rückfahrt geben (gut an der Idee: bloß weg von Treysa).
Ach ich Unkundiger, mir war entgangen, wieso der aus alten Zeiten noch vorhandene Überweg nicht genutzt werden darf und die andernorts sehr zuvorkommenden Eisenbahner so abweisend waren. Es geht um ein Wespennest, ein Politikum. Ein Spielchen, inszeniert von denen, die am längeren Hebel sitzen zu Lasten der Schwachen, der Eltern mit Kinderwagen, der Gehbehinderten und Reisenden mit viel Gepäck und auch derer, die mit Herz und Seele Eisenbahner sind. Die sollten ihren Chefs nicht laufend in den Rücken fallen und müssen sich lieber für ungehobelt und unfreundlich ansehen lassen.
Im Internet findet man ja genug Hinweise. Von abgebauten Ruftasten ist die Rede (per Knopfdruck wurde angeblich eine Sprechverbindung mit dem Fahrdienstleiter hergestellt, was eine gefahrlose Überquerung der Gleise möglich machte, durch Abbau der Anlage wurde dieser Zustand geändert und dann die Sicherheit durch Sperrung mit Bewachern / DB-Sicherheit wieder hergestellt; es gäbe an der Strecke noch identische Anlagen, die man ja auch in logischer Konsequenz durch Brücken- oder Unterführungsbauwerke auf Kosten der Gemeinden ersetzen könnte).
Von Bürgermeistern, Kliniken und Betroffenen ist die Rede. Und von dem in wenigen Jahren vorgesehen recht teuren und auch behindertengerechten Umbau des Bahnhofs wahlweise mit ewig langen Rampen (für trainierte Rollstuhlfahrer und mit einer Ausweiche, schon wegen der Skateboardfahrer; Tipp für die Politik: Rampe bevorzugen, die Jugend bekommt auch andernorts solche Spielplätze und ist früher oder später potentieller Wähler; aber mit Handlauf links, rechts und zusätzlich in der Mitte, damit auch die Fahrradfahrer (ebenfalls potentielle Wähler) genug Stellfläche vorfinden und mit Glück ein Handlauf übrig bleibt für die, die ihn brauchen, andernorts ist das auch so) oder Aufzügen die aber kaputt gehen können und Betriebskosten verursachen. Angesichts des neuen ICx soll der Umbau sogar vorgezogen werden.
Es geht wohl darum, wer welche Anteile zahlt. Beim Gedanken an Groschen ist dann selbiger gefallen. Es geht nicht um Sicherheit sondern mit Sicherheit nur um Druck. Druck auf eine Schwachstelle, diesmal eben die Schwachen - und damit dann auf die Lokal- und Regionalpolitiker, den Leidensdruck schaffen und erhöhen damit die freigiebiger werden und sich sogar noch bedanken, weil sie ihre Wähler dann erfreuen können. Jahrelang gab es einen funktionsfähigen Überweg. Obwohl unsere Vorfahren Aufzüge und Rampen durchaus kannten, waren die nicht dumm und haben funktionsfähiges kostengünstig erbaut. Es gibt ja Vorschläge für die, die aktuell betroffen sind. Die sind aber vom Typ in die Gegenrichtung oder am Ziel vorbei fahren und an einem umgebauten Bahnhof umsteigen und zurück fahren. Die gehen ja wohl am Ziel vorbei. Und: gibt es eigentlich einen, der Situation angemessenen, brauchbaren Übergangstarif für solche Fälle im Grenzgebiet der Verkehrsverbünde (also Freifahrt für den nutzlosen Umweg und für jede ausgeführte Fahrt zusätzlich eine Erstattung entsprechend der Verspätungsregelungen für die dabei verlorene Zeit, oder im Sinne des lokalen Taxi-Gewerbes, gratis Taxibenutzung bei Vorweisen eines Fahrausweises zwischen Treysa und einem umgebauten Bahnhof, falls Züge nicht ausgerechnet planmäßig ab Gleis 1 fahren; Kostentragung durch die, die sich den Übergang erspart haben)?
An teilweise skurrilen Vorschlägen mangelt es eh nicht. Also noch einen dazu: Personenzüge halten nur an Gleis 1, dem Hausbahnsteig. Zum Warten können die leeren Züge danach umgesetzt werden. Durchfahrende Züge nutzen nur Gleis 2. Der Rest wird zurückgebaut oder der Natur überlassen. Das geht andernorts auch. Man spart viel Geld für Aufzüge und Rampen (und langfristig an Betriebskosten und hat weniger Weichen), muß sich nicht mal umständlich entscheiden und hat eine schnelle Lösung. Reicht das eine Gleis für haltende Züge nicht, so kann man die Verbindungen ausdünnen oder einen Teil der Züge ohne Halt durchfahren lassen (so kommt jedermann in den Genuß des o.a. Vorschlags für die weniger mobilen Mitmenschen). Die Verkehrsverbünde sparen Geld, weil nicht stattfindende Halte weniger Zahlung an die DB bedeuten (ok, nicht so wichtig, man kauft ja auch Niederflur-Fahrzeuge und läßt sich mit solchen Bahnsteigen abspeisen) und den Bewohnern der Nachbargemeinden kann man die Durchfahrt ohne Halt als Beschleunigungsprogramm verkaufen ('Schneller nach Kassel, Gießen und Frankfurt'). Keine Angst, den Vorschlag meine ich nicht ernst. Oder etwa doch? Aber die Sache mit dem gesperrten Reisendenübergang ohne brauchbaren Ersatz ist ja wohl auch nicht nur eine Provinz-Posse ohne realen Hintergrund, oder?
Ich für meinen Teil mach es mir einfach: Sollte ich wieder auf die Idee kommen, per Bahn nach Treysa fahren zu wollen, werde ich den Zielort durch Nichts ersetzen und daheim bleiben. Oder eben dem Vorschlag folgend in die Gegenrichtung fahren, mir dort einen schönen Tag machen und dann wieder zurück heimwärts fahren. Auch Rollstuhlbenutzer können mit den Füßen abstimmen.

Bleibt zu hoffen, daß ich nicht an einen anderen Ort gerate, wo das gleiche Spielchen läuft. Glaubt vielleicht jemand, das Vorgehen hätte kein System?
(bk, 2012-07-27)

Nachtrag zu dem Problem mit dem versperrten Reisendenübergang in Treysa: Inzwischen ist mir die Idee gekommen, daß ja nicht alle in der Verkehrspolitik und bei der DB auch normale Züge kennen und benutzen. Schon zu Kaisers Zeiten hielt dessen Zug an einem anderen Bahnsteig und wenn die Oberen zu Festivitäten eintreffen, ist das auch heutzutage nicht viel anders. Drum der Versuch, das mit dort bekannteren Bildern zu verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Ihr Chauffeur oder Sie als Selbst-Fahrer eines Dienstwagens hätten eine lange Autobahnfahrt hinter sich. Am Zielort angekommen führt die Autobahnausfahrt direkt in ein Parkhaus, das für Menschen zu Fuß keinen Ausgang hat. Außerdem stehen da bezahlte Wachleute, die Sie hindern sollen, eventuelle Lücken im Zaun zu nutzen. Was würden Sie davon halten? Bloß weg von ... siehe oben? Ach ja, die Ausfahrt aus dem Parkhaus führt natürlich direkt auf die Autobahn - wie viel Parkgebühr wäre Ihnen das als Nutzer eines Privatwagens wert gewesen?
(bk, 2012-08-02)

Nachdem uns im Bahnhof Gießen ein ohnehin verspäteter Regionalexpress die Tür vor der Nase zugemacht hatte, habe ich im Reisezentrum einen Vorschlag bekommen, den ich hier wiedergeben möchte, da er auch Menschen mit schwerem Gepäck, Eltern mit Kinderwagen und anderen Rollstuhlbenutzern helfen kann.
Das Problem bestand ja darin, daß im Nahverkehr im Gegensatz zum Fernverkehr (für Unkundige: zwei grundverschiedene Ecken im Hause DB) üblicherweise keine Wagenstandanzeiger (Wagenreihungspläne) an den Bahnsteigen angebracht werden. Somit kann ein Reisender schwer abschätzen, wo denn der Wagen mit dem breiteren Einstieg am Bahnsteig zum Stehen kommen wird. Es bleiben ihm ja nur die Vermutung und eventuell die Erfahrung (oder ein kostenpflichtiger Anruf - den Rat bekam ich nachträglich auch noch). Wir lagen (oder besser: standen) falsch und der Weg mit dem Rollstuhl durch das Gedränge dauerte zu lange. Etwa eine Wagenlänge vorm Ziel war Abfahrt. Und nun die geniale Idee: an der Mitte warten (wo auch immer die ist), dann muß man zwar immer rennen aber vielleicht nur halb so weit.
Der RE-Besatzung bin ich nicht böse. Ein freundliches Winken entschädigt für vieles und ich bin ja ein recht umgänglicher Typ.
(bk, 2012-07-27)

Gemeinde Schwalmstadt / Treysa. Baustellen bringen immer Probleme für Passanten. Vorm Bahnhof war bei meinem Besuch eine große Baustelle, Straße und Gehwege werden erneuert. So weit ok. Ein Schild zeigte uns die Richtung, wie man wohl ohne Durchqueren der Baustelle zum Bahnhof käme, doch der zugehörige Weg war mit Trassierband gesperrt. Da war ein Hebebühnenwagen im Einsatz. Schilda in Treysa. Treysa, meine zwei Besuche (der erste und letzte) standen unter keinem guten Stern. Positiv war nur die Klinik und der Umstand, daß es nicht regnete.
(bk, 2012-07-27)

Noch eine Anmerkung zu 0 180er Nummern, die mir verdächtig oft im Zusammenhang mit Rente und Behinderung unter die Augen kamen. Es gibt noch immer Stellen, die das als Service bezeichnen, was im Zeitalter der Telefon-Flatrates für die Kunden nur Zusatzkosten bedeutet. Wie beispielsweise der Renten Service (den betreibt die Deutsche Post AG, Service wird im Namen groß geschrieben, die Auskunft war aber nur bedingt richtig). Na ja, es geht schlimmer. Call-Center mit Externen über solche Nummern, das bieten nur die Unternehmen, die sich die Kunden vom Hals halten wollen. Professionell geführte, moderne Unternehmen eben. Bei meiner Bank und meiner Krankenversicherung gibt es inzwischen richtige Telefonnummern. Bei Ihrer auch? Der Mobilitätsservicezentrale der Bahn (da wird service nach meiner bisherigen Erfahrung zum Glück nur im Namen klein geschrieben) hat auf 0180 6 umgestellt, also Festpreis pro Anruf.
(bk, 2014-07-18)

Wortspielereien oder verinnerlichte Barrieren: im Zusammenhang mit dem Barriereabbau im ÖPNV sprach ein Gutachten von Stufenlösungen. Wie auch immer, manchmal kommt es sehr auf die Wortwahl an. Wenn ein Gesetz das Planen von barrierefreien Lösungen verlangt, jubelt ein Journalist ob eines Erfolges für die Behinderten und der Jurist erkennt spitzfindig, daß die Umsetzung der Planung gar nicht vorgeschrieben wird. Lobbyarbeit ist wichtig, dann kommen solche Vorschriften raus.

Damit die Seite nicht unversöhnlich - nörgelnd-kritisch endet, hier noch eine konstruktive Hilfestellung. Viele Rolli-Toiletten sind durchaus in Ordnung, einige sogar richtig gut. Man erkennt das auch an dem Personal, das sich um die betreffende Anlage kümmert. Auch die anderen Anlagen erkennt man an dem Personal, das dort eingesetzt wird. Nun zur Hilfestellung für Betreiber der permanent unschönen Anlagen: hier eine Vorlage für ein Schild zur Kennzeichnung:

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